Am vergangenen Donnerstag ließ sich der amtierende Ministerpräsident erneut als Kandidat der Grünen für die Landtagswahl 2015 für den Wahlkreis Nürtingen-Filder nominieren. Winfried Kretschmann, seit Jahrzehnten wohnhaft in Sigmaringen und Landtagskandidat der Grünen für den Wahlkreis Nürtingen-Filder. „Bürgernähe sieht anders aus“, bemerkt Benedikt Chrobak, stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender der Jungen Union Nürtingen, knapp.

Auch wenn Kretschmann heute seine Mitgliedschaft im kommunistischen Hochschulbund Westdeutschlands als „fundamentalen politischen Irrtum“ bezeichnet, kann man eines nicht leugnen: Kretschmann, welcher im nächsten Monat seinen 67. Geburtstag feiert, passt so gar nicht zum Idealbild seiner Kolleginnen und Kollegen aus dem baden-württembergischen Landtag. „Als man Winfried Klenk als Landtagspräsidenten wählte, war die Empörung groß. Keine Frau, nicht jung genug – Kompetenz scheinbar egal.“, so fasst Felix Doll die Debatte um die Wahl Klenks zusammen.

Zudem ätzte damals der heutige Landesvater, geprägt durch seine „68er Sozialisation“, wie er es einmal selbst sagte, gegen den damalig regierenden Ministerpräsidenten Erwin Teufel. Dieser sei für das Amt des Regierungschefs im Land schlicht zu alt. Erwin Teufels Regierungszeit endetet 2005 für den damals 66-jährigen mit dessen Rücktritt.

„Doch Reden von gestern und Thesen von Vorgestern scheinen bei den Grünen allzu gerne in Vergessenheit zu geraten. Winfried Kretschmann hätte die nötigen Konsequenzen ziehen müssen und nicht wieder als Spitzenkandidat der Grünen ins Rennen gehen sollen um glaubhaft zu bleiben.“, sagt Daniel Geyer, Stadtverbandsvorsitzender der Jungen Union. „Kretschmann war für die Menschen in Nürtingen und auf den Fildern als ihr Abgeordneter im Stuttgarter Landtag in den letzten vier Jahren nicht greifbar. Seine Installation in einem scheinbar sicheren Wahlkreis ist eine Farce – vor allem für den Ministerpräsidenten selbst.“, bemerkt Geyer abschließend.

Kein Heimspiel für den Landesvater in Nürtingen